Vorlesungsfreie Zeit – was tun?


Ein Montagvormittag, Anfang August. Es ist vorlesungsfreie Zeit. Bei strahlendem Sonnenschein und sengender Hitze tummeln sich nur wenige Studierende auf dem Campus Westend. Es mag am schönen Wetter liegen, das lieber am Main oder anderen kühleren Orten genossen wird oder sie halten sich in den Bibliotheken hinter ihren Büchern und Lernzetteln versteckt. Vielleicht sind einige nach einem stressigen Semester auch schon in den Urlaub gefahren. Wie also verbringen Studierende die Zeit zwischen den Semestern? Wir haben nachgefragt…

Franziska Hanke hat sich mit einer Kommilitonin und einem Glas Sekt ein lauschiges Plätzchen unter den Bäumen zwischen Hörsaalzentrum und PEG-Gebäude gesucht – zur Feier des Tages wird angestoßen: Gefeiert wird die Abgabe der Bachelorarbeit. Die ersten Wochen der vorlesungsfreien Zeit hat die 22-Jährige Studentin noch dafür genutzt, sie fertig zu schreiben. Nun ist die Erleichterung groß: „Die letzten Semester habe ich die vorlesungsfreie Zeit damit verbracht, Hausarbeiten zu schreiben, aber jetzt ist alles vorbei. Ich muss nur noch einen Praktikumsbericht schreiben. Den mache ich diese Woche fertig.“ Danach fährt sie mit ihrem Freund in den Urlaub: „Wir wissen aber noch nicht so genau, wo es hingehen soll. Ansonsten werde ich jetzt noch den restlichen Sommer genießen und raus ins Freie gehen. Ich sitze total gern am Main.“ Im Herbst wird Hanke in Hamburg weiterstudieren und dafür die Goethe-Universität verlassen.

Eine geht, eine kommt. Noch studiert sie in Wien, aber Nina Höfinger kann sich gut vorstellen, bald für ein Auslandssemester an die Goethe-Universität zu wechseln. Die 23-Jährige Österreicherin macht sich jetzt schon vertraut mit dem Campus. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, warum sie von weither angereist ist. Der eigentlich Grund ist ihr Freund: „Er macht ein Praktikum bei der Deutschen Bank und hat zum Glück hier ein Zimmer im Studentenwohnheim bekommen.“ Nachdem ihr Semester an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) bereits Ende Juni zu Ende war, hat sich die Studentin gleich im Anschluss eine Woche auf Mallorca entspannt. Auch sie hat gerade ihren Bachelor in Internationale Betriebswirtschaft abgeschlossen und möchte nun mit einem Management-Master an der WU weitermachen. Ganz ohne Lernpflichten kommt sie bis dahin aber nicht aus: „Die Aufnahmeprüfungen für das Studium sind im September. Wenn man das schafft, folgt ein Assessment-Center Anfang Oktober und dann würde das Studium gleich beginnen. Mein schöner, entspannter Sommer ist eigentlich vorbei.“

Christian Elsässer (22) hingegen kann die nächsten Wochen bis Vorlesungsbeginn noch in vollen Zügen genießen: „Ich mache zurzeit nichts. Ich stehe zwischen Bachelor und Master und habe mir jetzt einfach mal freigenommen.“ Der Student der Wirtschaftswissenschaften freut sich aber schon, wenn das Studium an der Goethe-Universität wieder losgeht: „Ich schaff‘ daheim was, helfe meinem Opa viel. Sonst mach‘ ich eigentlich net viel, Schwimmbad oder am Wochenende weggehen. Klingt ziemlich langweilig, ist es auch die meiste Zeit, deshalb wird’s Zeit, dass es wieder losgeht“, sagt der Aschaffenburger. In den letzten Semesterferien hat Elsässer immer Praktika absolviert, das werde er sich für das Masterstudium auch wieder vornehmen. Zumal er dann auch in Frankfurt wohnen wird. Deswegen ist er heute auch ausnahmsweise auf den Campus gekommen, um seine Unterlagen für das Studentenwohnheim abzugeben – danach fährt er wieder.

Auch Christoph Heckwolf (27) ist auf dem Campus unterwegs. Seine letzten Semesterferien nutzt er unter anderem, um viel Sport zu treiben, erzählt er: „Ich hatte eine Sportverletzung und bin dabei, mich zu rehabilitieren. Dafür mache ich fünf bis sechs Mal die Woche Sport.“ Beim Rugbyspielen ist es passiert: Schulter gebrochen und Knie verletzt. Ein bisschen was für die Uni muss der Soziologiestudent dennoch tun: „Ich bin jetzt ‚scheinfrei‘, bis auf eine Hausarbeit, und dann kommt im Wintersemester die Masterarbeit. Nächstes Jahr bin ich dann fertig.“ An zwei Tagen in der Woche geht er nebenher noch arbeiten. Doch auf Arbeit folgt Entspannung: Eine Woche Zelturlaub in Kroatien ist schon geplant.

12. August 2015
Katharina Frerichs



Summer of Knowledge

67 Studierende aus 24 Ländern zu Gast an der Goethe-Universität


Diesen Sommer verbrachten 67 Studierende aus 24 Ländern vier Wochen an der Goethe-Universität. Sie waren die Teilnehmer der ersten Frankfurt Summer School (21. Juli - 15. August). Die Frankfurt Summer School wurde vom International Office der Goethe-Universität im Rahmen des DAAD-Programms „Strategische Partnerschaften“ organisiert. „Die Studierenden konnten in diesem Jahr Kurse aus drei verschiedenen Fachrichtungen belegen: Legal Studies, Psychology und Natural and Life Sciences“, erklärt Anne Le Duigou Bernig vom International Office. „Das Interesse an der diesjährigen Frankfurt Summer School war so groß, dass wir auch einigen Bewerben absagen mussten.“

Insgesamt 36 Studierende erhielten ein Stipendium für die Summer School und konnten kostenlos an dem Programm teilnehmen. Die Stipendien wurden vom DAAD, einzelnen Fakultäten der Goethe-Universität sowie dem International Office finanziert. Neben den Seminaren, die von Professoren aus den jeweiligen Fachrichtungen geleitet wurden, konnten die Studierenden auch einen Deutschkurs belegen und bekamen ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm geboten. Fünf Studierende der Goethe-Universität haben die Aktivitäten der Summer School mitorganisiert und standen den internationalen Teilnehmern als „Buddys“ zur Seite.

Anna (21) aus Kanada sagt uns im Interview, dass sie sich besonders gefreut hat, während ihres Aufenthalts in Frankfurt etwas Deutsch lernen zu können und auch die deutsche Kultur besser kennenzulernen. „Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Leute hier leben. Besonders überrascht war ich, wie umweltfreundlich die Deutschen sind“, so Anna. Karina (20) aus Russland studiert Biologie und erklärte, dass sie sowohl an theoretischen als auch praktischen Kursen teilgenommen hat: „In einem Seminar sind wir zum Beispiel an einen Fluss gegangen und haben dort Sachen gesammelt, um später den ökologischen Zustand des Flusses zu bestimmen“. Der PhD-Student Antonio (26) aus Italien belegte Kurse im Bereich Legal Studies. „Die Professoren waren kompetent und hatten ihre Seminare sehr gut vorbereitet“, sagte Antonio.

Pei-Yi (20) aus Kanada war zum ersten Mal in Europa und fühlte sich in Deutschland gleich willkommen. Sie war vor allem vom deutschen Essen begeistert. Auch ihre Freundin Suzanne (24) aus Malaysia war bisher nie Europa und hat zum ersten Mal an einer Summer School teilgenommen. „Es ist wirklich interessant und aufregend. Ich habe hier Kurse im Bereich Psychologie belegt und konnte mehr über die deutsche Sichtweise in diesem Fach erfahren“, so Suzanne. Die Bachelor-Studentin denkt jetzt darüber nach für ihr Master-Studium nach Deutschland zu kommen. Das freut vor allem Anne Le Duigou Bernig vom International Office, denn ein Ziel der Summer School ist es neue Studenten aus dem Ausland für ein Studium in Frankfurt zu gewinnen und ein engeres Netzwerk mit den Partneruniversitäten aufzubauen.

Freitag, 15. August 2014
Ina Christ



„Wenn Putin am Ende ist, kommt die Krim zurück“

Jurko Prochasko im Februar 2014 zu Gast an der Goethe-Universität


Der ukrainische Essayist Jurko Prochasko war im Februar mit drei renommierten Schriftstellerkollegen zu Gast an der Goethe-Universität im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Damals ging es um die Situation auf dem Maidan und um die Durchsetzung neuer Reformen. Seitdem hat sich die Lage in der Ukraine stark verändert. „Wenn etwas die Bezeichnung Revolution verdient hat, dann das was in den letzten fünf Monaten in der Ukraine passiert ist,“ sagt Jurko Prochasko. Seit Februar haben sich die Ereignisse überschlagen, denn durch den Eingriff Putins ins Geschehen hat die Situation eine dramatische Wende angenommen. Durch die Annexion der Krim und kriegsähnliche Zustände, durch Invasion und durch die „präventive Konterrevolution“ Putins (Neue Zürcher Zeitung) „kann man sich denken, wie unvorhersehbar die Zukunft aussieht“, so Prochasko.

Das Eine ist dem Anderen der Tod

Dass weitere Gebiete der Krim annektiert werden könnten, kann er sich gut vorstellen: „ Die Situation bleibt für mich prinzipiell offen.“ Prochasko vermutet, auch wenn er betont, dass es reine Spekulation sei, dass Putin weiterhin so offensiv vorgehen würde, wenn er könnte, da er im heutigen Russland der einzige Entscheidungsträger sei. „Nun ist er jedoch auf einen gewissen Widerstand gestoßen“; Widerstand sowohl von Seiten der ukrainischen Armee als auch der NATO, USA und EU in Form diplomatischer Tätigkeiten, Verhandlungen, internationaler Reformen wie Sanktionen. Die Möglichkeit weiterer Annektierungen schließt Prochasko jedoch nicht aus. „Ich glaube, der Verbleib der russischen Truppen dient im Moment dazu, die Revolution in der Ukraine aufzuhalten. Denn eine souveräne Ukraine ist inkompatibel mit der Idee des Putinschen Imperiums.“ So sei das Schicksal der Revolution auch das Schicksal des Putin-Regimes. „Das Eine ist dem Anderen der Tod.“

Putin als „Freund der Menschheit“

Zur Zeit dienten Putins Truppen dazu, das Land einzuschüchtern und zu destabilisieren, die Weltgemeinschaft gar zu erpressen. Und wenn Putin die Einnahme weiterer Teile der Ukraine nicht gelänge, sei es gar möglich, dass dies als ein Verzicht auf weitere Eskalationen gewertet werden könne. „Und dass man am Ende sogar glücklich dasteht und strahlt und rühmt, wie erfolgreich doch diese Diplomatie und diese Sanktionen waren, dass sich Putin sozusagen nur mit der Krim begnügt hat. Und am Ende steht Putin noch als Freund der Menschheit dar, der sozusagen freiwillig auf die weitere Invasion verzichtet hat.“

Was wünscht sich Prochasko in dieser Situation vom Westen beziehungsweise der Weltgemeinschaft am meisten? „Vor allem das wirkliche Verstehen.“ Er würde sich wünschen, dass man die Ukrainer versteht.

„Im Westen wird die Bezeichnung „Revolution“ vermieden - ich frage mich warum?“

Denn genau darin sieht er einen Grundkonflikt. Egal, ob hier die proukrainische Version oder die pro- oder antirevolutionäre Position vertreten wird, gebe es einen wiederkehrenden Konflikt in seinen Augen. Der Westen, selbst mit wohlgemeinter Einstellung und Sympathie der Ukraine gegenüber, vertrete eine „krypto-koloniale“ Position im Diskurs. „Denn wenn wir von einer Annäherung an die EU sprechen, meinen wir nicht, dass wir unsere Identität ablegen müssen. Es bedeutet auch nicht für uns, dass die zwei großen Mächte Russland und der Westen über uns entscheiden“. Ferner gebe es viele Menschen, die sich vielleicht etwas mit den ukrainischen Angelegenheiten auskennen würden, aber selten komplett. Und da der Teufel bekanntlich im Detail steckt, führe das oft zu bedauerlichen Missverständnissen.

Alternative: Russland?

Auch die partielle Kritik an westlichen finanziellen Hilfen teilt Prochasko nicht und bewertet die damit verbundenen Bedingungen anders. „Diese finanziellen Hilfen sind existenziell wichtig im Moment.“ Sonst würde die Ukraine kollabieren und das hätte fatale Folgen für Europa, vielleicht sogar die Weltwirtschaft. Eine andere Alternative sieht er nicht. Bei finanzieller Hilfe von Seiten Russlands weiß er genau, an welche Bedingungen diese geknüpft wären. Es habe bereits viele Tote gegeben, um sich weiter aus diesen Bedingungen zu lösen. „Es ist auch nicht so, dass alle Forderungen des Internationalen Währungsfonds absurd sind. Unabhängig vom IWF oder anderen Finanzorganisationen und –instituten muss sich da etwas ändern. Diese Reformen sind schon längst fällig gewesen und natürlich auch in unserem Interesse“. Die westlichen Politiker auf dem Maidan hingegen seien sehr ambivalent. Er kann nur aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz schöpfen, dass „uns jede Solidaritätsgeste wichtig“ war. „Jemand ergriff sozusagen Partei für uns“. Aber natürlich spielten diese Tatsachen  Putin in die Hände, der notgedrungen Argumente daraus machte.

Zwei Fliege mit einer Klappe

Janukowitschs Forderung an Putin, die Krim der Ukraine zurückzugeben, findet Prochasko sehr komisch. Er glaubt, dass die Abhängigkeit Janukowitschs von Putin während seiner letzten Auftritte dermaßen offensichtlich geworden sei; nun sei vollkommen klar, dass er nur eine Puppe Putins sei. „So war es einfach notwendig, ein Element von Protest oder Bedauern in die Figur miteinfließen zu lassen, um sie glaubwürdiger zu machen. Man hat doch noch nicht ganz den Plan aufgegeben, einen Teil der Ukraine abzuspalten, und Janukowitsch wäre eine mögliche Option eines legitimen Präsidenten.“ So habe man praktischerweise gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Freitag, 4. April 2014
Tamara Marszalkowski



Forderung: Frankfurt soll eine ukrainische Partnerstadt bekommen!

Podiumsdiskussion mit ukrainischen Schriftstellern an der Goethe Universität


„Frankfurt soll Charkiw, Lemberg oder Iwano-Frankiwsk als Partnerstadt bekommen!“, fordert Hanne Kulessa und erntete mit ihrer Forderung in ihrer Einführung erstaunten Applaus. Sie hat gemeinsam mit 30 Studierenden der Buch- und Medienpraxis die Veranstaltung „Bewegliche Territorien“ organisiert, bei denen vier führende ukrainische Schriftsteller im Mittelpunkt stehen. Zuerst findet eine lange Lesenacht im Literaturhaus statt, bei der Juri Andruchowytsch, Tanja Maljartschuk, Jurko Prochasko und Serhij Zhadan aus ihren Werken lesen. Katharina Raabe, Lektorin beim Suhrkamp Verlag mit dem Schwerpunkt Osteuropa, moderiert die Lesung. Am darauffolgenden Abend diskutieren die vier Autoren, ergänzt durch die Politologin Inna Melnykovska (Justus-Liebig-Universität Gießen), über die politische und gesellschaftliche Lage der Ukraine unter der Moderation von Ruthard Stäblein am Campus Westend.

Verborgene Gewalt, die den Wertewandel nicht aufhalten kann

Die zahlreichen Gäste besuchen erst die Begleitausstellung, um daraufhin den Saal fast zum Bersten zu bringen. Im Casino kann man bereits früh das große Interesse des Publikums für die Stimmen der Autoren spüren, die sich selbst aktiv an den derzeitigen Protesten beteiligen. Der Andrang der Besucher ist nicht zuletzt auf die aktuelle Lage in der Ukraine zurückzuführen. Denn diese war noch nie so unsicher wie gerade. Die Geschehnisse des gesamten Landes scheinen sich zu einem Wertewandel hin zu bewegen. Wie es jedoch nach diesem Angelpunkt weiter gehen könnte, weiß niemand mit Sicherheit vorauszusehen. Auch die Schriftsteller haben unterschiedliche Wahrnehmungen und Beurteilung der Situation. Juri Andruchowytsch, der den Anfragen internationaler Medien kaum mehr nachkommen kann, beginnt die Podiumsdiskussion mit seinen Eindrücken. „Auch wenn sich die Lage an manchen Tagen scheinbar beruhigt, so gibt es immer noch Schwerverletzte und die verborgene Gewalt nimmt weiter zu.“ so Andruchowytsch. Er selbst habe seit Anfang Dezember festgestellt, dass er bespitzelt und sein Handy abgehört werde. Wichtige Telefonate mit bezeichnenden Personen kämen durch technische Störungen nicht zustande.

„Ich habe meinen eigenen Euromaidan.“

Tanja Maljartschuk bleibt von solchen Aspekten glücklicherweise weitestgehend verschont. Sie ist bereits vor drei Jahren nach Wien ausgewandert und unterstützt die Proteste von dort aus. „In Wien habe ich einen eigenen Euromaidan“, so Maljartschuk. Sie nennt viele Proteste, die über die ukrainischen Grenzen hinaus stattfinden und weist auf die wichtige Rolle solcher Solidaritätsbekundungen hin. „Es ist wesentlich, dass Druck von außen auf die derzeitige Regierung ausgeübt wird.“ Dem stimmt Inna Melynkowska zu. Sie stellt die Beobachtungen und Einschätzungen der Autoren in einen politikwissenschaftlichen Kontext. „Die Ukraine gehört zu den Ländern, in denen sich regelmäßig Fenster zur Demokratisierung öffnen. Ob diese Zeitfenster genutzt werden, hängt dabei nicht nur von der Bevölkerung ab, sondern auch vom Westen und besonders der EU.“ Hier könne mit einer Positionierung der Agenda oder der Androhung von Sanktionen viel erreicht werden. Die Politologen seien jedoch zuversichtlich bezüglich der aktuellen Lage, da im Gegensatz zur Orangenen Revolution 2004 die Bevölkerung diesmal nicht hinter einem Politiker stünde, sondern sich ganz allgemein und grundlegend für demokratische Werte wie politische Freiheit, Recht  zu demonstrieren, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit einstehe. Darüber, dass sich die Menschen auf dem Maidan für grundlegende Ideale einsetzten und sonst sehr pluralistisch seien, sind sich die Schriftsteller einig.

Unterschiedliche politische Gruppierungen als „trennende Satzzeichen“

Jurko Prochasko erzählt, dass beispielsweise linke und nationalistische Gruppierungen gemeinsam auf dem Maidan aktiv seien. „Dort stellt niemand sein Parteiprogramm vor, denn demokratische Werte stehen jetzt im Vordergrund.“ Dabei vergleicht er die Vielfalt an politischen Gruppierungen mit „trennenden Satzzeichen“. Denn nur mit trennenden Satzzeichen sei ein Satz möglich. Tanja Maljartschuk ergänzt: „2004 wurde die Opposition vergöttert. Diesmal hingegen geht es nur um die Zivilgesellschaft, um das Volk.“ Inna Melnykovska unterstrich diese Aussagen mit Zahlen. Denn 70 Prozent der Menschen, die sich auf dem Maidan befinden, seien selbstständig zum Protest gekommen und nicht von Parteien aufgefordert worden. Sie hätten sich in ihrem früheren Leben gar als apolitisch bezeichnet. So stellen die aktuellen Demonstrationen einen Protest der Zivilbevölkerung dar.

Engagement schafft Resonanz

Die Fragen des Publikums scheinen schier nicht abreißen zu wollen. Am Ende des Abends sind die Schriftsteller sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Erstaunt zeigen sie sich darüber, wie sehr sich die deutsche Gesellschaft für die Ukraine interessiert. Serhij Zhadan freut sich über die zahlreichen, gut informierten und sehr engagierten Besucher: „Jede Geste hat eine Resonanz in der Ukraine.“ So sei er optimistisch für die Zukunft, auch wenn die ukrainischen Bürger noch eine schwere Zeit erwarte.

Montag, 10. Februar 2014,
Tamara Marszalkowski



„Viele verstehen unter Schwarzarbeit vieles“

Auf der Tagung des European Labour Law Network (ELLN), die vom 17. bis 18. Oktober an der Goethe-Universität stattfindet, wird über die rechtliche Dimension des Themas Schwarzarbeit diskutiert. Der Koordinator des Netzwerkes, Prof. Bernd Waas vom Lehrstuhl für Arbeitsrecht, erläutert im Gespräch die Schwierigkeit, europaweit ein gemeinsames Begriffsverständnis zu entwickeln.


UniReport: Die ELLN-Tagung rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das so gut wie jeder kennt: Schwarzarbeit. Warum ist das Thema für Arbeitsrechtler auf europäischer Ebene interessant?

Bernd Waas: Das fängt schon an mit der Frage: Was bedeutet es „schwarz“ zu arbeiten? Eine Form von illegaler Selbständigkeit? Oder dass ein Teil des Lohns unterm Tisch ausbezahlt wird, um Sozialabgaben zu sparen? Dann gibt es Grauzonen, wie den Werkvertrag, bei dem unklar ist, ob eine Person als Unternehmer oder in Wirklichkeit als Arbeitnehmer arbeitet. In den Mitgliedstaaten der EU wird Schwarzarbeit durchaus unterschiedlich definiert. Deshalb ist unklar, was Letten, Litauer und Deutsche überhaupt meinen, wenn sie von Schwarzarbeit reden. Im Grundsatz ist alles, was bezahlte Tätigkeit ist und nicht den Behörden gemeldet wird, Schwarzarbeit. Aber jedes EU-Mitgliedsland hat eigene Gesetze und Beschreibungen. Um auf der europäischen Ebene ins Gespräch zu kommen, wäre es hilfreich, ein gemeinsames Begriffsverständnis zu haben. Bisher verstehen viele unter Schwarzarbeit vieles.

Schwarzarbeit richtet Schäden in Milliardenhöhe an. Vor allem in der Sozialversicherung. Andererseits stehen Schwarzarbeiter oft ohne Lohn und Krankheitsschutz da, weil Arbeitgeber ihnen Geld vorenthalten. Gibt es rechtlich Handlungsbedarf?

Sie sprechen damit vor allem die Entsendungsproblematik an. Im Kern geht es um Ansprüche, die Schwarzarbeiter haben könnten. Zum Beispiel auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit und nach einem Unfall. Vieles ist in der sog. Entsenderichtlinie der EU geregelt, die Schutz von Betrieben und Arbeitnehmern vor Lohndumping vermeiden soll. Es gibt aber keine spezielle Regelung für Schwarzarbeit. Hier drängt sich eine EU-Regelung auf, weil es ein grenzüberschreitendes Thema ist. Auch gilt es alles zu verhindern, was Schwarzarbeit attraktiv macht. Auf der europäischen Ebene sich ab, dass man zunächst die Zusammenarbeit der Behörden verbessern und im Sinne von best practice-Beispielen voneinander lernen will.

Staat und Sozialversicherungen haben ein Interesse am Kampf gegen Schwarzarbeit. An welchen Punkten geht die Bekämpfung über den öffentlichen Ansatz hinaus?

Zum Beispiel im eben angesprochenen Arbeitsrecht. Oder im Zivilrecht, etwa bei der Gewährleistung. Wer zum Beispiel einen Auftrag schwarz vergibt, hat keinen Anspruch auf Gewährleistung. In der Konsequenz müssten Juristen ein Schild an die Tür hängen mit dem Hinweis „Leute, wenn ihr das bestellt, habt ihr keine Rechte, wenn die Leistung mangelhaft ist.“ Andersherum steht die Frage im Raum, ob ein Schwarzarbeiter trotz nichtigem Vertrag Lohn einfordern könnte in Form von Wertsatz, zum Beispiel für das neu gedeckte Dach. Die entsprechenden Gerichtsentscheidungen sind durchaus auch von der Überlegung bestimmt, was für die Beteiligten das Risiko für Schwarzarbeit erhöht oder, spiegelbildlich gesehen, was sie attraktiver macht?

Wie hoch ist die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwarzarbeit in Europa?

Unterschiedlich. In Osteuropa ist sie anders, weil viele Leute sagen „Wenn ich im Alter versorgt sein will, bleibt mir gar nichts anderes übrig als Schwarzarbeit.“ Dementsprechend muss man dort von einem sehr hohen Anteil von Schwarzarbeit ausgehen. Osteuropa dürfte überhaupt ein Sonderfall sein: Generell werden die Richtlinien in allen EU-Staaten umgesetzt, sie sind nur nicht überall in gleichem Umfang verinnerlicht. Einen Hinweis geben Anfragen nationaler Gerichte an den EuGH. Sehr viele davon kommen aus Deutschland. Insoweit bildet auch das Netzwerk den Rahmen für einen Lernprozess der Beteiligten, weil es Experten aus verschiedenen Rechtstraditionen zusammenbringt. Und demzufolge ist unsere Tagung allein schon deshalb ein Erfolg, weil so viele teilnehmen und miteinander sprechen.
Die Fragen stellte Monika Hillemacher.

Donnerstag, 17. Oktober 2013



4.710 qm zusätzliche Fläche für Lehrveranstaltungen

Goethe-Universität baut zwei neue Seminargebäude

Die Zahl der Studierenden ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und damit der Bedarf an Veranstaltungsräumen. Entsprechend baut die Universität ihr Raumangebot aus. Aktuell entstehen mit der Errichtung eines Seminarpavillons und eines Seminarhauses über 60 neue Räume – mit Angeboten für Kleingruppen bis hin zu großen Vorlesungen. Gemeinsam haben Land und Hochschule dafür gut 25 Mio. € in die Hand genommen.


Die Zahl der Studierenden ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und damit der Bedarf an Veranstaltungsräumen. Entsprechend baut die Universität ihr Raumangebot aus. Waren die Fachbereiche 3, 4 und 5 sowie die Humangeographie auf dem Campus in Bockenheim auf 14.500 qm untergebracht, so stehen ihnen nach dem Umzug auf den Campus Westend im neuen PE-Gebäude rund 16.000 qm zur Verfügung.

Aktuell entstehen mit der Errichtung eines Seminarpavillons und eines Seminarhauses über 60 neue Räume am Campus Westend, die allen Fachbereichen offen stehen. Das  Angebot reicht dabei von Räumen für Kleingruppen bis hin zu großen Vorlesungen. Gemeinsam haben Land und Hochschule dafür gut 25 Mio. € in die Hand genommen.

Bei beiden Baumaßnahmen wurde die Bauherrenschaft dabei erstmals vom Land an die Goethe-Universität übertragen. „Dadurch können wir näher an den Bedürfnissen der Fachbereiche bauen und direkter agieren“, betont Kanzler Holger Gottschalk und erläutert: „Beim Bau des Seminarpavillons konnte so die Zeit von der Idee zur Fertigstellung auf 13 Monate verkürzt werden. Bereits Ende dieses Jahres werden wir das neue Gebäude fertigstellen, erste Veranstaltungen können dann ab Mitte Januar stattfinden. Die Aufnahme des regulären Betriebs ist für das kommende Sommersemester vorgesehen. Das Seminarhaus wird ab Sommersemester 2015 Raum für Veranstaltungen bieten.“

Steckbrief Seminarpavillon

  • Kosten: 5,3 Millionen
  • Fertigstellung: Dezember 2013
  • Inbetriebnahme: Januar 2014
  • Bauweise / Standort: Modulbauweise, auf dem Areal der zukünftigen Universitätsbibliothek – direkt gegenüber des Campus Westend an der Hansaallee. Entwurf des Pavillons durch die Abteilung Planen und Bauen des Immobilienmanagements der Goethe-Universität.
  • Raumangebot: 12 Seminarräume zu je 100 qm. Für eine flexiblere Nutzung sind vier der Räume teilbar, so dass je nach Bedarf acht Räume zu je 50 qm entstehen. Außerhalb der Seminarräume gibt es zudem Lerninseln für Studierende. Zudem wird es eine Cafeteria mit Außenbestuhlung geben.

Steckbrief Seminarhaus

  • Kosten: 20 Millionen
  • Fertigstellung: Ende 2014
  • Inbetriebnahme: Sommersemester 2015
  • Bauweise / Standort: Das Gebäude entsteht in Nachbarschaft des Exzellenzcluster Normative Ordnungen auf dem Campus Westend und ist vom Architekten Ferdinand Heide entworfen, der auch das Hörsaalgebäude gestaltet hat.
  • Raumangebot: Insgesamt werden auf den 6 geschossen 14 Seminarräume mit 35 qm, 24 Räume mit 70qm, 12 Räume mit 100 qm und ein Raum mit 140 qm zur  Verfügung gestellt. Zudem sind rund 150 qm Büroräume vorgesehen sowie eine Cafeteria mit  Außenbestuhlung.

Mittwoch, 16. Oktober 2013



Internationale Studierende auf dem Campus Westend

Im Rahmen der Hessischen Internationalen Sommeruniversität bieten die Goethe-Universität und die Fachhochschule Frankfurt am Main Kurse für Studierende aus aller Welt an. Wir haben einige der Studierenden auf dem Campus getroffen.


Trotz der Semesterferien finden auf dem Campus Westend noch Vorlesungen statt. Die Sommeruniversität findet schon zum elften Mal statt und dreht sich in diesem Jahr um die Themen „European Studies“ und „Finance“. Neben Seminaren zu diesen Themenfeldern können die Studierenden außerdem einen Deutschkurs absolvieren und an zahlreichen kulturellen Veranstaltungen teilnehmen.

Die Teilnehmer der Sommeruniversität sind seit dieser Woche auch auf dem Campus Westend der Goethe-Uni. Einige der Studierenden haben gerade ein Seminar im PEG-Gebäude zum Thema „European Studies“ belegt. Katherine aus den USA gehört zu dieser Gruppe. Sie studiert Wirtschaftswissenschaften und ihr gefällt der Aufenthalt in Frankfurt bisher sehr gut. „Ich mag die Umgebung hier und auch die Seminare, die wir belegen können, finde ich toll. Es ist interessant, auch mal zu erleben, wie die Professoren in Deutschland unterrichten,“ sagt Katherine.

Eine andere amerikanische Studentin, die Politikwissenschaften studiert, hebt hervor, wie multikulturell Frankfurt ist: „Hier fühle ich mich willkommen“, so Hannah. Alexander kommt aus Großbritannien und hat dort bereits sein Masterstudium in Sozialwissenschaften abgeschlossen. In Zukunft würde er gerne noch einen Ph.D. machen und könnte sich gut vorstellen, nochmal zurück an die Goethe-Uni zu kommen, um dort zu studieren. „Frankfurt ist wahrscheinlich die beste Stadt, in der ich je gewesen bin“, schwärmt Alexander.

Die Italienerin Giulia lebt in Venedig und studiert Sprachen und Übersetzung. Frankfurt ist für sie nicht neu, sie war schon mal für sechs Monate hier. Ihr hat die Mainmetropole sehr gut gefallen, deshalb ist sie wiedergekommen. Sie könnte sich auch vorstellen, ihren Master in Frankfurt zu machen. Sie hat sich entschieden, die Kurse im Bereich „European Studies“ an der Sommeruniversität zu belegen, um das Fach besser kennenzulernen und zu testen, ob ein Masterstudium in diesem Bereich für sie in Frage kommt. Neben den Seminaren waren für sie aber auch die Besuche der Teilnehmer in der Europäischen Zentralbank und an der Deutschen Börse eine interessante Erfahrung. Außerdem freut sie sich schon auf den Ausflug nach Straßburg, den die Gruppe noch unternimmt.

Nathaniel aus Sierra Leone lebt in Luxemburg und ist schon oft in Deutschland gewesen. In Frankfurt ist er allerdings zum ersten Mal. „Die Stadt ist sehr schön und auch die Leute hier sind alle sehr nett,“ sagt Nathaniel. Besonders überrascht hat ihn, wie multikulturell Frankfurt ist und wie freundlich man hier empfangen wird.

Donnerstag, 8.8.2013



Studieren mit Nebenjob

Viele Studierende nutzen die vorlesungsfreie Zeit, um ein Praktikum zu machen oder zu arbeiten. Während einige damit in erster Linie ihr Studium finanzieren, wollen andere vor allem Pluspunkte für ihren Lebenslauf sammeln. Bei sommerlichen Temperaturen haben wir einige Studierende der Goethe-Uni auf dem Campus Westend gefragt, ob sie neben ihrem Studium arbeiten und was ihnen dabei wichtig ist.


Alle Befragten haben neben ihrem Studium noch einen Job oder schon mal ein Praktikum absolviert. Oft lässt sich der Nebenjob auch inhaltlich sinnvoll mit dem Studienfach verbinden. Teresa (22) studiert Erziehungswissenschaften an der Goethe-Uni und sagt: „Ich arbeite nebenbei zwei Tage die Woche in einer Kita, was natürlich sehr gut zu meinem Studium passt. Die Arbeit ist für mich gleichzeitig Praktikum und Job, da im Fach Erziehungswissenschaften sowieso 600 Stunden Praktikum Pflicht sind. Ich habe jetzt aber über das Praktikum hinaus auch einen richtigen Vertrag bei der Kita. Die Arbeit mache ich einfach gerne, kann mir außerdem neben dem Studium noch etwas dazu verdienen.“

Andere Studierende nutzen den Nebenjob vor allem, um ihre Finanzen aufzubessern, und haben kein Problem damit, wenn der Job inhaltlich nicht zu ihrem Studium passt. Mathieu (27) studiert Medizin und hat nebenbei in einem Fahrradladen gearbeitet. „Durch den Job konnte ich ein bisschen Geld verdienen und die Arbeit hat auch Spaß gemacht, obwohl sie inhaltlich nichts mit meinem Studium zu tun hatte“, so Mathieu. Auch Svenja (26), die Germanistik und Pädagogik studiert, hat einen Nebenjob, der nicht wirklich viel mit ihrem Studium zu tun hat. Sie arbeitet beim Radio im Servicebereich. „Ich mache das um Geld zu verdienen, Erfahrungen zu sammeln und ein bisschen natürlich auch für meinen Lebenslauf“, sagt Svenja.

Die BWL-Studenten Anna (25) und Christoph (24) sind der Meinung, dass gerade in ihrem Fach Nebentätigkeiten wichtig für den Lebenslauf sind. Anna macht deshalb Praktika in ihren Semesterferien und arbeitet auch während dem Studium als Werkstudentin. Christoph hat sogar schon eine eigene Firma: Er betreibt selbstständig einen Online-Shop. „Ich finde, der Job passt sehr gut zu meinem BWL-Studium“, so Christoph.

Jobangebote für Studierende gibt es auch an der Goethe-Uni. Johanna (27) arbeitete neben ihrem Geschichtsstudium am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Den Job konnte sie gut mit ihrem Studium verbinden, das Gehalt fand sie angemessen und konnte damit auch ihr Studium finanzieren. Für sie hat aber nicht nur der finanzielle Aspekt eine Rolle gespielt: „Besonders gut finde ich, dass man durch die Arbeit am Lehrstuhl auch mehr Kontakt zu den Professoren hat, mehr in das Uni-Geschehen eingebunden wird und auch inhaltlich für sein Studium viel Unterstützung bekommt. Das lohnt sich auf jeden Fall.“

Freitag, 2.8.2013

Noch nicht den passenden Nebenjob gefunden? Die CareerServices der Goethe-Universität helfen Ihnen weiter.



Parkscheiben für die Bibliothek


Volles Haus. Die Bibliothek für Sozialwissenschaften und Psychologie im PEG-Gebäude wird seit Mitte Juni sehr stark frequentiert – Leiter Rolf Voigt kündigt den Einsatz von „Parkscheiben“ an.


Die Vorlesungen sind vorbei und die Klausurenzeit hat begonnen. Entsprechend viele Studierende nutzen die Bibliotheken an der Uni, um dort alleine oder in Gruppen zu lernen. Die Bibliothek für Sozialwissenschaften und Psychologie im PEG-Gebäude sei seit Mitte Juni sehr voll und teilweise sogar überlastet, so Rolf Voigt, Leiter der Bereichsbibliothek. Gerade zu den Stoßzeiten zwischen 11 und 16 Uhr suchten Studierende meist vergebens nach einem freien Platz.

Die neue Bibliothek auf dem Campus Westend werde von den Studierenden sehr gut angenommen, viele schätzten die gute Atmosphäre, sagte Voigt. Generell sei ein Trend zu beobachten, dass immer mehr Studierende in die Bibliotheken kommen um zu lernen. „Viele lernen für ihre Klausuren lieber hier als zu Hause, da sie in der Bibliothek nicht so viel Ablenkung haben. Außerdem haben die Studierenden hier ihr soziales Umfeld und können sich mit Kommilitonen austauschen“, erklärt Voigt.

Die Bibliothek im PEG werde aber nicht nur von Studierenden der Goethe-Universität genutzt. Auch andere Studierende, zum Beispiel von der Fachhochschule, kämen hierher, um die Räumlichkeiten zu nutzen. Den Zugang zur Bibliothek einzuschränken, wie es in der Bibliothek im RuW während der Prüfungszeit der Fall ist, hält Voigt aber trotzdem nicht für sinnvoll. Der Zugang solle für alle offen bleiben.

Voigt kritisiert, dass Studierende oft Plätze schon morgens mit ihren Sachen reservieren und den ganzen Tag besetzt halten, auch wenn sie zwischendurch für einige Stunden weg sind. Die Bereichsbibliothek versuche dieses Problem jetzt mit neu bestellten Parkscheiben für die Arbeitsplätze in den Griff zu bekommen. Wer seinen Platz dann verlässt, muss die aktuelle Zeit auf einer Parkscheibe einstellen und innerhalb von einer Stunde zurückkehren, da der Platz sonst von anderen geräumt werden darf. Dieses System hat sich auch schon an anderen Unis bewährt.
Ina Christ

30.7.2013


Diese Seite weiterempfehlen