Jolanta Gelumbeckaitė ist seit April Juniorprofessorin am Institut für Vergleichende Sprachwissenschaften des Fachbereichs Sprach- und Kulturwissenschaften der Goethe-Universität. Als Spezialistin für Baltische Sprachwissenschaft vertritt sie dort den Schwerpunkt Indogermanische Sprachwissenschaft. Die baltischen Sprachen Litauisch und Lettisch und das schon ausgestorbene Altpreußische bieten ein umfangreiches Korpus zur vergleichenden historischen, synchronen, sprachtypologischen und areallinguistischen Analyse.
Im Zentrum von Gelumbeckaitės Forschung stehen die litauische historische Grammatik, die Schriftlinguistik und die Textphilologie. Durch die kritische kommentierte Edition des ältesten litauischen Codex, der sogenannten Wolfenbütteler Postille von 1573, hat sie einen Maßstab für die Erforschung altlitauischer und altbaltischer Texte gesetzt. Mit dieser Arbeit wurde Gelumbeckaitė 2007 an der Goethe-Universität habilitiert. Sie leitet das Projekt des tiefanotierten altlitauischen Referenzkorpus, das gleichzeitig als Grundlage für eine Grammatik des Altlitauischen sowie für ein diachrones Wörterbuch des Litauischen dienen soll. Gelumbeckaitės Lehrtätigkeit umfasst theoretische und praktische Kurse der Baltistik und Lituanistik sowie die Textphilologie.
Gelumbeckaitė wurde 1970 in Litauen geboren und studierte Klassische und Litauische Philologie an der Universität Vilnius, wo sie anschließend als Dozentin für Latein tätig war. 1999 wurde sie mit einer Arbeit über die Grammatik der ersten litauischen Bibelübersetzung promoviert. 2005 bis 2007 war sie Gastdozentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für Baltistik an der Goethe-Universität. Gelumbeckaitė ist verheiratet und hat zwei Kinder.